AMASEFFER – Slaves For Life

 
Label: InsideOut Music
Release: 06.06.2008
Von: Joking
Punkte: 10/10
Time: 77:52
Stil: Progressive Folk Metal
URL: Amaseffer
 
Slaves For Life ist das Debüt der israelischen Band AMASEFFER - und was für eins!
Mit der alt-testamentarischen Geschichte um den Auszug der Israeliten aus Ägypten, gelingt der jungen Band ein absolut stimmiges Album, das sich unterschiedlichster Spielarten der Musik bedient und doch immer homogen bleibt. Das auch klangtechnisch superbe Album besitzt einen ausgesprochen langen Atem, wirkt in weiten Teilen wie ein Soundtrack, der einen großen Film stimmungsvoll trägt, und zudem mit Mats Leven, dem ehemaligen Yngwie Malmsteen Begleiter, Kobi Farhi und Gastsängerin Angela Gossow (Arch Enemy) exzellente Vokalisten aufbietet. Bei aller Opulenz vermeiden AMASEFFER überflüssigen Bombast und pure Selbstgefälligkeit. Zwischen anmutigem Folk, orientalischer Melodik geschuldeten Passagen und hartem, dunklen Metal mit aggressiven Vocals, bewegt sich die Band mit einer unglaublichen Sicherheit. Ob die Birth Of Deliverance elegisch zelebriert wird, in Burning Bush Erinnerungen an Dario Argentos liebste Band Goblin wach werden, Gitarrensoli zwischen akustisch zart und elektrisch hart eingeflochten werden; nichts wirkt überladen und selbstzweckhaft. Hier traut sich eine Band konsequent große Gefühle zu zeigen, Grenzen zu überschreiten und den Hörer auf eine Entdeckungsreise mitzunehmen, die weder hörspielartige Sequenzen, filmische Soundeffekte und Orchesterklänge, noch Doublebass-Attacken, kurze Growls und heftige Breaks scheut. Aber AMASEFFER besitzen sowohl die Musiker, als auch die Melodien und Rhythmen für dieses Unterfangen. Denn hier wird nicht herumgesülzt, die Lieder besitzen genügend Kraft und Power mögliche Vorwürfe von anbiedernder, esoterischer Weltmusik mit einem lässigen Handstreich beiseite zu wischen. Slaves For Life ist ein gleichzeitig ausschweifendes, berauschendes wie kompaktes Konzeptwerk, das mit jedem Hören neue Geheimnisse preisgibt. Eigentlich müsste Arjen Lucassen vor Neid erblassen, wenn ihm Slaves For Life zu Ohren kommt; schafft die israelische Combo doch scheinbar mühelos, was ihm selten über volle Albumlänge gelingt: ein hochdramatisches Werk zu produzieren, dass den Geist des Weltkulturerbes atmet und doch originär zum richtigen Augenblick mit Wucht und Härte im Hier und Jetzt steht. Trotz des wirklich exzellenten neuen Opeth Longplayers Watershed, MEIN Album des Monats Juni 2008 und ein heißer Anwärter auf einen Platz ganz vorne in meiner persönlichen Jahreswertung.
Für ein Debüt nahezu unglaublich.