EBOLA JOY – Gallery

 
Label: Open Media Records
Release: 01.09.2006
Von: Joking
Punkte: 8.5/10
Time: 46:02
Stil: Electronic Dark Rockpopmetal
URL: Ebola Joy
 
EBOLA JOY – wer denkt sich solch einen Namen eigentlich aus? Laut Band soll die unglückliche Kombination an die Diametralität und gleichzeitige Existenz von Dunkelheit (das Ebola-Virus) und Licht (Joy, die reine Freude) gemahnen. Naja, Homer Simpson hätte vermutlich einen passenderen Kommentar parat: „Ebola Joy? Ist das nicht die neue Freundin von Ned Flanders?“ Käme mir auch plausibler vor.
Doch Namen sind Schall und Rauch, und der Schall ist im Fall von Gallery ein äußerst ansprechender. Die Verbindung elektronischen Poprocks mit (dunklem) Metal, ist so ganz neu nicht; Theatre Of Tragedy haben ihn bereits auf den Alben Musique und Assembly recht erfolgreich, aber ebenso oft angefeindet, praktiziert. Letzteres dürfte Gallery erspart bleiben, denn EBOLA JOY gehen homogener und organischer als T.o.T. zu Werke. Während T.o.T. sich eher an Human League orientieren dürften, finden sich EBOLA JOY auf ihrer wavig, elektronischen Seite zwischen Depeche Mode, (mittleren) Killing Joke und The Cure wieder. Und wo T.o.T. kalten Techno-Metal praktizieren, liefern EBOLA JOY packende Momente symphonischen Dark Metals, der auch vor gelegentlichen Growls nicht Halt macht. Die Betonung liegt allerdings auf „symphonisch“, denn allzu harte und vertrackte Sequenzen wird man bei Gallery vergebens suchen. Das ist auch nicht nötig, denn die Melange aus druckvollen Elementen und einprägsamen Melodien beherrschen EBOLA JOY außerordentlich gut. Ein Lied wie Power Of Autumn dürfte eigentlich in jeder Gothic Disco zum Hit taugen und selbst Headbanger auf die Tanzfläche locken. Und im Gegensatz zu einer Band wie De/Vision, die es sich im Bettkasten zu Füßen Dave Gahans und Martin Gores bequem gemacht hat, verfolgen EBOLA JOY ihren eigenen Weg. Sie kleben nicht allzu eng an großen Vorbildern, sondern stellen mit Gallery einen Nischenplatz zur Verfügung, der jedem musikalischen Grenzgänger, der gefälliger Härte und melancholischem Indie-Pop samt hippem Kitsch nicht abgeneigt ist, eine wohlige Behausung bietet. Zudem noch Überraschungen wie Dumb Peacock Scream, ein Song, der zwischen New Waviger Songwriter-Attitüde und Art Rock Ballade zum Höhenflug ansetzt. Insgesamt ein Album, das bei aller ebolöser Dunkelheit viel Freude bereitet.