HORDE OF HEL – Blodskam

 
Label: Regain Records
Release: 22.06.2009
Von: Bulletrider
Punkte: 8.5/10
Time: 48:54
Stil: Martial Industrial Black Metal
URL: Horde Of Hel
 
HORDE OF HEL – eine Band, die aus Musikern diverser schwedischer Black und Death Metal Bands besteht, macht sich mit Blodskam daran, den Soundtrack für das Ende der Menschheit in Form eines heftigen Gebräus aus Black, Death, Industrial und Dark Ambient abzuliefern. Hört, hört! Auf einem Infosheet kann das ja jeder behaupten. Schauen wir also, wie dieses Unterfangen musikalisch präsentiert wird.
Nach einem unheilvollen Intro hauen HORDE OF HEL dem Hörer mit Leave Life Behind und Born Again Into Submission zwei, mit fiesen Riffs und maschinengewehrartiger präziser Double Bass ausgestatteten, Black Metal Songs nebst wuchtigem Industrial Einschlags um die Ohren, welche dazu auch noch angenehm eingängig daher kommen und eine wirklich finstere Stimmung aufbauen. Mit Hail To Chaos tauchen HORDE OF HEL dann auf höchst gelungene Art in die Welt des Dark Ambient und Industrial ein, wobei dazu eingesetzte Synths für Abwechselung sorgen. Die folgenden Tracks, The Glory Of Mass Murder und Dödens Era, kombinieren dann alles bisher Gehörte und präsentieren sich als wirklich mächtige, stampfende Black Metal Songs, die mittels der eingeflochtenen Dark Ambient und Spoken Word bzw. Sample Passagen, wahrhaftig Bilder von verwüsteten Städten einer erschreckend nahen, postapokalyptischen Zukunft hervorrufen.
Nach diesen wirklich grandiosen fünf Songs schaffen es HORDE OF HEL leider nicht ganz, Blodskams hohe Anfangsqualität zu halten. So fallen die nächsten drei Songs zwar nicht komplett aus der Reihe und sind durchaus passabel, erreichen aber längst nicht das vorherige Level, wobei Domen Mot Människan zwar vielversprechend beginnt, die aufgebaute Stimmung aber durch das knüppelige letzte Drittel wieder demontiert.
Danach allerdings finden HORDE AUF HEL mit Blott Tvivel & Skam, einem zwar kurzen, aber höchst intensiven Dark Ambient Track, wieder zu alter Stärke zurück und lassen nach dieser Art von zweitem Intro mit Legacy Of Venegance und vor allem mit Ashborn zwei weitere brillante Black Industrial Songs auf die zum Untergang verdammte Welt los. Auch hier treffen erneut sägende Riffs und wuchtige Drums auf maschinellen Industrial und bombastische, von Orgeln und Glocken unterstützte, Chöre und beschwören so erneut eine wirkliche Endzeitstimmung herauf.
Einen unerwartet melodischen, aber dennoch wirklich finsteren, Song liefern HORDE OF HEL dann mit Blodskams Schlusstrack Död, Naturens Val ab. Dieser Song bringt mit seiner musikalischen Ausrichtung quasi perfekt einen Art Ending Theme zu der vorhergegangenen Zerstörung, verweilt kurz über den imaginären Ruinen und wendet sich dann ab, das Kapitel „Menschheit“ abschließend.
Bis auf die zwei, drei nicht ganz so packenden Songs ist Blodskam ein wirklich hervorragendes Album, denn HORDE OF HEL schaffen es trotz der vielen aufeinander treffenden und für sich viel Raum beanspruchenden Elemente stets, die einzelnen Songs nie überladen klingen zu lassen, was anhand der Menge und Dichte an sich ein echtes Kunststück ist.