HORDE
OF HEL – eine Band, die aus Musikern diverser schwedischer
Black und Death Metal Bands besteht, macht sich mit Blodskam
daran, den Soundtrack für das Ende der Menschheit in Form
eines heftigen Gebräus aus Black, Death, Industrial und
Dark Ambient abzuliefern. Hört, hört! Auf einem Infosheet
kann das ja jeder behaupten. Schauen wir also, wie dieses Unterfangen
musikalisch präsentiert wird.
Nach einem unheilvollen Intro hauen HORDE OF HEL dem
Hörer mit Leave Life Behind und Born Again Into
Submission zwei, mit fiesen Riffs und maschinengewehrartiger
präziser Double Bass ausgestatteten, Black Metal Songs
nebst wuchtigem Industrial Einschlags um die Ohren, welche dazu
auch noch angenehm eingängig daher kommen und eine wirklich
finstere Stimmung aufbauen. Mit Hail To Chaos tauchen
HORDE OF HEL dann auf höchst gelungene Art in die
Welt des Dark Ambient und Industrial ein, wobei dazu eingesetzte
Synths für Abwechselung sorgen. Die folgenden Tracks, The
Glory Of Mass Murder und Dödens Era, kombinieren
dann alles bisher Gehörte und präsentieren sich als
wirklich mächtige, stampfende Black Metal Songs, die mittels
der eingeflochtenen Dark Ambient und Spoken Word bzw. Sample
Passagen, wahrhaftig Bilder von verwüsteten Städten
einer erschreckend nahen, postapokalyptischen Zukunft hervorrufen.
Nach diesen wirklich grandiosen fünf Songs schaffen es
HORDE OF HEL leider nicht ganz, Blodskams
hohe Anfangsqualität zu halten. So fallen die nächsten
drei Songs zwar nicht komplett aus der Reihe und sind durchaus
passabel, erreichen aber längst nicht das vorherige Level,
wobei Domen Mot Människan zwar vielversprechend
beginnt, die aufgebaute Stimmung aber durch das knüppelige
letzte Drittel wieder demontiert.
Danach allerdings finden HORDE AUF HEL mit Blott Tvivel
& Skam, einem zwar kurzen, aber höchst intensiven
Dark Ambient Track, wieder zu alter Stärke zurück
und lassen nach dieser Art von zweitem Intro mit Legacy Of
Venegance und vor allem mit Ashborn zwei weitere
brillante Black Industrial Songs auf die zum Untergang verdammte
Welt los. Auch hier treffen erneut sägende Riffs und wuchtige
Drums auf maschinellen Industrial und bombastische, von Orgeln
und Glocken unterstützte, Chöre und beschwören
so erneut eine wirkliche Endzeitstimmung herauf.
Einen unerwartet melodischen, aber dennoch wirklich finsteren,
Song liefern HORDE OF HEL dann mit Blodskams Schlusstrack
Död, Naturens Val ab. Dieser Song bringt mit seiner
musikalischen Ausrichtung quasi perfekt einen Art Ending Theme
zu der vorhergegangenen Zerstörung, verweilt kurz über
den imaginären Ruinen und wendet sich dann ab, das Kapitel
„Menschheit“ abschließend.
Bis auf die zwei, drei nicht ganz so packenden Songs ist Blodskam
ein wirklich hervorragendes Album, denn HORDE OF HEL
schaffen es trotz der vielen aufeinander treffenden und für
sich viel Raum beanspruchenden Elemente stets, die einzelnen
Songs nie überladen klingen zu lassen, was anhand der Menge
und Dichte an sich ein echtes Kunststück ist.