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2026-05-22 DE – Gelsenkirchen - Amphitheater
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Armored Saint - Coroner - Angel Witch - Neckbreakker - Prophets Of The Rising Dead - Maamuut - Majak

Old Kids In The Pott

[Dajana] Die Präsentation der „New Kids In The Pott“-Bands hatte zur Folge, dass sich die Tore zum ROCK HARD FESTIVAL 2026 eine halbe Stunde eher als gewohnt öffneten und die erste Band dementsprechend früher auf der Bühne stand. Nichtsdestotrotz, obwohl der Freitag für viele ein normaler Arbeitstag war, hatten doch schon viele Metalheads den Weg ins Amphitheater gefunden. Wow.
Egal, erstmal tief einatmen, den Blick genießen und sich ein Plätzchen suchen :) Und dann das erste Bier…

[Psycho] Hm, unser Stammparkplatz war total leer - haben wir uns im Tag vertan? Nee, passt schon, ist halt nur sehr früh für einen Arbeitstag und jetzt schon höllisch heiß. Der Check-In gestaltet sich folglich kurz und schmerzlos, und dann geht es auch schon los mit der als Band-Contest getarnten Sponsoring-Veranstaltung. Sicher eine prima Sache für die “Newcomer” (von denen die meisten allerdings schon einiges an Erfahrung haben), aber kann man das Ding nicht einfach beim Namen nennen, anstatt da so ein Bohai zu veranstalten?

:: Fotos :: MAJAK ::

[BRT] Restless Wicked, der aktuelle Tonträger von :: MAJAK :: aus Neumünster war für mich eine absolute Überraschung, kauzig, abwechslungsreich und unvorhersehbar. Sicherlich nicht einfach und ne mutige Wahl als Opener, da werden die Jungs sich auf der großen Bühne erst einmal beweisen müssen und sicherlich für ein paar fragende Gesichter sorgen.
[Psycho] Mein Ding war das nicht. Komische Mischung aus konventionellem Metal mit etwas Southern-Einschlag und Keifgesang. Leider ohne echten Groove und/oder Action auf der Bühne und daher eher langweilig. Die Bühne war definitiv zu groß für die Band.
[Sui] MAJAK hatten die ebenso ehren- wie anspruchsvolle Aufgabe, das RHF zu eröffnen. Ihr solider Heavy Rock mit ruppig growligen Vocals war allerdings recht überraschungsarm und kam ein bisschen behäbig rüber. Mit 16 Jahren Banderfahrung waren MAJAK auch nicht wirklich “New Kids”.
[BRT] Ja, von MAJAK hatte ich mir auch mehr erwartet. Platte find ich gut, im kleinen Hamburger Marx hat es auch gepasst. Auf der riesigen Bühne hier im Amphitheater wirkten die Jungs doch etwas statisch und verloren. Die Songs kamen auch eher blass und wenig kauzig rüber, da geht doch eigentlich mehr, oder?
[Dirk] Wobei ich das Gefühl hatte, dass die zweite Hälfte etwas mehr Energie hatte, aber der Auftritt im Marx war deutlich besser.
Band: Wild Eye (vox, git), Rippe (git), Hammersmith (bass, vox), Al Punchino (drums)
Setlist: Liquid Gold Nebular, Devilcatcher, Blood On The Iconz, Temple Of Death, Restless Wicked

:: Fotos :: MAAMUUT ::

[Psycho] Hier wurde ich positiv überrascht. Musikalisch mit der schweren Sabbath-Schlagseite und einigen Stoner-Einsprengseln eigentlich nicht meine musikalische Baustelle, überzeugten mich :: MAAMUUT :: mit schweren Grooves, deutlich mehr Drive und einfach mehr Spielfreude. Pluspunkt: der Gasthörer (?) am Camping Tisch auf der linken Bühnenseite mit Kippe und Bier (und Plautze), der sich während des ganzen Sets keinen Millimeter von der Stelle bewegte. Hab ich so auch noch nie gesehen, schräg!
[Sui] Deutlich engagierter (bis auf die bereits erwähnte lebende Bühnendeko) gingen MAAMUUT zur Sache. Vor allem Gitarrist und Sänger Martin Fankhänel war ein absoluter Aktivposten, dem das Grinsen trotz der schweren Klänge kaum aus dem Gesicht weichen wollte. Allerdings auch hier: drei Profis mit langjähriger Erfahrung - die sich aus meiner Sicht musikalisch absolut ausgezahlt hat.
[BRT] MAAMUUT fand ich auch deutlich unterhaltsamer. Sehr kraftvolle Songs die live sehr gut funktionierten. Würde ich mir nicht kaufen, war auf Bühne aber top. Das Gimmick mit dem Typen im Unterhemd bei Kippe und Bier war auf jeden Fall cool. Am Anfang dachte man noch, der steht gleich auf und nimmt die zweite Klampfe…
[Dirk] Die Fressmaschine an der Seite war mal was anderes, aber so richtig verstanden habe ich es nicht. Ansonsten auch von mir Daumen nach oben für diesen Auftritt! Knackiger Sound, Songs waren auf den Punkt.
Band: Martin Fankhänel (vox, git), André Weller (bass, vox), Mike Pohle (drums)
Setlist: Intro, Skyfall, W.A.R, Karma, Into The Void, Merkholm Hansen

:: Fotos :: PROPHETS OF THE RISING DEAD ::

[Psycho] Die :: PROPHETS OF THE RISING DEAD :: klangen für mich hingegen mehr nach Metalcore als nach Metal. Zu hören bekamen wir damit die üblichen Göteborg-Riffs mit clean gesungenen Refrains. Gut gespielt, aber das war nicht mal mehr originell, als die Band 2011 (remember: Newcomer) gegründet wurde. Aber die Jungs hatten auf jeden Fall Spaß, was man ihnen auch deutlich anmerkte.
[Sui] Und auch die dritte Band bringt nicht wirklich frischen Wind ins RHF. PROPHETS OF THE RISING DEAD boten metallische Durchschnittskost, professionell, engagiert, aber eben auch vorhersehbar und schon zu oft gehört. Immerhin die Gewinner des “Contests”. Das Konzept der “New Kids in the Pott” muss dringend überdacht werden.
[BRT] Musikalisch nix Neues, auch wenn es verdammt modern “-corig” klang. Zumindest wirkten die Propheten recht professionell und gewannen schon zurecht den Contest.
Aber ja, an diesem Konzept könnte man wohl noch etwas feinjustieren.
Band: Sven Eltner (vox, bass), Pascal Rath (git), Philip Hillich (git), Florian Fischer (drums)
Setlist: Out Of Reach, Veiled In Light, Scarytale, Behind The Stars, Where The Days Never End, This Pain For Heaven

:: Fotos :: NECKBREAKKER ::

[Dajana] Auf die Dänen war ich schon sehr neugierig. Die Jungspunde hatten 2024 mit ihrem Debüt Within The Viscera ordentlich für Wirbel gesorgt, mit waren dann auch direkt bei Nuclear Blast gelandet. Den Bandnamen darf man übrigens gerne wörtlich nehmen.
Ja, sie haben abgeliefert, mit durchgetretenem Gaspedal und knuffig waren sie auch noch. Das könnten schon beinahe unsere Enkel sein…. hahahaha.
[Psycho] Die Band kannte ich bisher nur dem Namen nach. Rein optisch waren das definitiv die Newcomer, der Auftritt war allerdings deutlich professioneller als alle drei Sets davor. Extrem bewegungsfreundlich boten :: NECKBREAKKER :: eine coole Mischung aus fixem Death Metal und einigen Downbeat-Passagen. Lediglich der stark hardcore-lastige Gesang war nicht meins. Jedenfalls war sofort Stimmung in der Bude, und es bildeten sich erste Moshpits und eine (kleine) Wall of Death. Muss ich mir auch mal aus der Konserve anhören.
[Sui] Death Metal mit leicht hardcorigen Vocals: NECKBREAKKER haben überzeugend abgeliefert, sind aber definitiv nicht mein Fall. Und somit war ein erster kurzer Zug durch die Gemeinde fällig.
[BRT] NECKBREAKKER waren nicht meins. Death Metal mit ein paar Thrash-Fetzen und hardcore-igen Vocals. Auf die dreiviertel Stunde klang das doch ziemlich eintönig und melodie-befreit. Klar, hier waren Profis am Werk und sicherlich haben die Dänen den einen oder anderen Fan abgeholt. Mich allerdings nicht.
[Seb] Nach einer ereignisreichen Anreise (immerhin bin ich im Gegensatz zu einigen anderen aus der Truppe überhaupt angekommen… die Ruhrbahn war wohl etwas weniger Schrott als die Deutsche Bahn…) mit etlichen ungeplanten Kilometern Fußweg bei sengender Hitze waren NECKBREAKKER mein Einstieg ins RHF 2026. Ich hab zwar nicht alles mitbekommen und davon auch einen Teil nur auf dem Weg zur Bühne, aber mir hat das insgesamt durchaus gut gefallen, allein die Vocals trafen (wie meist bei diesem Subgenre) nicht so ganz meinen Geschmack. Insgesamt aber ein schwungvoller und gelungener “persönlicher Opener”.
Band: Christoffer Kofoed (vox), Sebastian Knoblauch (bass), Joakim Kaspersen (git), Johan Lundvig (git), Viktor Bjørnstad (drums)
Setlist: Face-Splitting Madness, Between The Sun And The Gallows, Shackled To A Corpse, Nephilim, Unholy Inquisition, Horizon Of Spikes, Silo

:: Fotos :: ANGEL WITCH ::

[Psycho] Wahrscheinlich werden in der restlichen Redaktion jetzt schon die Messer gewetzt, aber :: ANGEL WITCH :: haben mit diesem Auftritt für mich mal wieder ihren Status als One-Hit-Wonder bestätigt. Den spielten die Briten natürlich erst zum Schluss, der Rest mäanderte dann so dahin. Dass die Herren nach dem vorherigen Act noch hüftsteifer als altersbedingt ohnehin schon wirkten, machte die Sache auch nicht gerade besser.
[Dajana] Nöö, stimme dir da voll zu. Fand’s zum wiederholten Male absolut langweilig. Weiß gar nicht, was dieser ganze “Kult-Status” Kram soll…
[Dirk] Eine Katastrophe wie beim von BRT bereits erwähnten King-Auftritt war es nicht, stattdessen ein solide gespielter Gig. Mit Sorcerers, Angel Of Death und natürlich Angel Witch habe ich schon mehr Hits im Set gezählt, als Psycho ihnen insgesamt zugestehen mag. Größter Kritikpunkt war für mich der Gesang von Kevin Heybourne. Der war auf dem Erstlingswerk schon nicht gut, aber man darf sich in mehr als 40 Jahren gesanglich auch gerne weiterentwickeln, oder eben einen Sänger dazuholen. Von seinem Gitarrenspiel hingegen war ich ganz angetan.
[Sui] Die NWOBHM-Pioniere ANGEL WITCH waren die nächste Band, die solide Durchschnittskost ablieferten. In ihrer Karriere ist vieles schiefgelaufen, aber die gebotene Show zeigte auch, dass eines ihrer Probleme definitiv die im Vergleich zu anderen Bands dieser Ära limitierte musikalische Substanz ist. Schwach waren die gebotenen Songs aber keineswegs. Bei mir hängen geblieben sind White Witch, Angel Of Death und Angel Witch. Der Gesang tat zwar keinem weh und war auch nicht grottenschlecht, war aber eben leider auch nur solala und recht kraftlos. Mein größter Kritikpunkt ist die Länge der Pausen zwischen den Songs, die immer wieder die Power rausgenommen haben.
[BRT] Ein eindeutiges Joah von mir… Ich mag die erste Platte von ANGEL WITCH, die definitiv mehr als einen Hit zu bieten hat, wie Dirk schon bemerkte. Aber Kevin Heybournes Gesang macht da leider auch viel kaputt. Das klingt halt inzwischen nach jemandem, der am Mikro stehen muss, aber eigentlich nicht will… Ein richtig guter Sänger war er ja nie, aber auf dem Debütalbum passte das alles noch zusammen. Jetzt plätschert es leider meist vor sich hin… Hmrmpf!
[Seb] Ich habe zwar grundsätzlich eine Schwäche für Bands von der Insel, aber richtig gezündet hat das leider nicht. Obwohl ich die Band noch niemals auf der Bühne habe stehen sehen, hatte ich das Gefühl, das alles irgendwie schon mal gehört zu haben, nur in besser. Handwerklich ansonsten solide, aber mehr kann ich da kaum zu sagen.
Band: Kevin Heybourne (vox, git), Will Palmer (bass), Jimmy Martin (git), Fredrik Jansson (drums)
Setlist: Atlantis, Confused, Sorcerers, Window Of Despair, Dead Sea Scrolls, White Witch, The Night Is Calling, Dr. Phibes, Angel Of Death, Baphomet, Angel Witch

:: Fotos :: CORONER ::

[Dajana] Ja, ja, ja! Auf :: CORONER :: hatte ich mich ganz besonders gefreut. Nach mehr als 30 Jahren tauchen die Schweizer plötzlich aus tiefsten Abgründen auf (wo sie - da wette ich - täglich Triptykon, Celtic Frost und Hellhammer konsumieren mussten) und hauen mit Dissonance Theory ein so unglaublich intensives und großartiges Album auf den Tisch. Meine Fresse!
[Psycho] Tatsächlich war das mein Album des Jahres, von daher sehr geil, dass die Schweizer Teil des Billings sein konnten. Und es ging auch gleich gut los mit Consequence, dem Opener vom aktuellen Album, gefolgt von meinem Fave Sacrificial Lamb. Geil! Danach folgte ein gelungener Streifzug durch fast die gesamte Band-Historie. Zum Glück diesmal mit einem deutlich besseren Sound als beim letzten Auftritt im Rund 2018, wo man von Tommy Vetterlis brillantem Gitarrenspiel kaum was raushören konnte. Apropos 2018, da waren u.a. auch Armored Saint, Saxon und Uli Jon Roth in Gelsenkirchen am Start - fällt euch da was auf?
[Dajana] Ach verdammt, stimmt. Das war jener Sonntag, an dem ich anderweitig unterwegs war und besagte Bands nicht sehen konnte...
[Psycho] Hm, eigentlich meinte ich die permanente Bandwiederholung alle paar Jahre... ;)
Zurück zu CORONER, die neben der guten Songauswahl und ihrem technischen Können auch noch mit ihrer sympathischen Art zu begeistern wussten. Als Higlight sei noch Grin genannt - kriegen nicht alle Bands hin, live einen so langen Song bis zum Schluss spannend rüberzubringen.
[Seb] Noch nie live gesehen und nur Gutes gehört, auf CORONER war ich sehr gespannt.
[Sui] Endlich ein echtes Highlight. Musikalisch sind CORONER über jeden Zweifel erhaben. Diesmal hatten sie auch einen druckvollen transparenten Sound, der ihren komplexen Songs erst den letzten Schliff gibt. Sehr geiler anspruchsvoller Thrash, der nicht altert.
[BRT] Da gibt es wenig hinzuzufügen, außer dass die Bühne für eine Trio vielleicht etwas groß wirkt, aber Wumpe. Die Jungs haben Charisma, Groove und geile Songs - da ist die Messlatte für andere Bands schon recht hoch. Für mich darf es zwar gern NOCH mehr von der Grin sein, aber das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau. Geile Band, geiler Gig! Danke!
[Seb] Mit zu groß wirkender Bühne sagst du was, vor allem wenn einer der drei komplett “stationär” ist und nur alle paar Minuten mal eine Taste am Laptop drückt und/oder Backing-Vocals beisteuert….
[Psycho] Der gehört ja nicht wirklich zur Band, sondern sollte live die elektronischen Effekte erzeugen, die man auf CD hören kann. Mal ‘ne andere Idee, als sowas vom Mischpult aus einzuspielen.
[Seb] Abgesehen davon kann ich mich dem Lob nahezu bedingungslos anschließen, der Sound war Hammer und einzig und allein die sich etwas ziehenden “Monoton-Phasen”, die die Band immer mal einstreute könnten wegen mir gelegentlich kürzer ausfallen.
[Dajana] Ich hätte mir gern noch Merch gegönnt - es gab aber nur zwei Sorten Shirts und nen überteuerten Zipper. Dann kauf ich doch lieber direkt bei der Band… „hüstel“… ok… da sind die Sachen genauso teuer…
[Seb] Hat der Sänger am Schluss eigentlich nun versehentlich “Viel Spaß mit Amon Amarth” gesagt oder nicht? Ich bin mir fast sicher und definitiv klang es live so, hihi…
[Dirk] Doch, hat er definitiv. Naja, irgendwas mit A halt… Zu CORONER ist alles gesagt. Für mich das Highlight des Freitags! Mit ihrer starken Scheibe im Gepäck und aus dem subjektiven Grund, dass ich sie noch nicht so häufig gesehen habe, waren sie sogar noch eine Nasenlänge vor ARMORED SAINT.
Band: Ron Royce (vox, bass), Tommy T. Baron (git), Diego Rapacchietti (drums)
Setlist: Consequence, Sacrificial Lamb, Divine Step (Conspectu Mortis), Serpent Moves, Masked Jackal, Symmetry, Semtex Revolution, Metamorphosis, Grin (Nails Hurt), Renewal, Die By My Hand

:: Fotos :: ARMORED SAINT ::

[Dajana] Ich behaupte jetzt mal, dass :: ARMORED SAINT :: eine der Lieblingsbands der gesamten NH Crew ist. Korrigiert mich, wenn nicht. Auch hier gibt es ein neues Album, Emotion Factory Reset (komischer Titel), das genau an diesem Tag veröffentlicht wurde. Die Headlinershow des ersten Festivaltages ist also gleichzeitig auch die Album-Live-Releaseshow.
[Psycho] Bingo, das sind definitiv Lieblinge der Redaktion. Die Jungs liefern live einfacher immer ab und haben phänomenal gute Songs im Repertoire. Ich hatte mir kurz vor dem Festival schon mal zwei Durchläufe der neuen Scheibe gegönnt und vermeinte, da die eine oder andere Schwäche entdeckt zu haben, aber live konnte davon keine Rede sein. Los gings fulminant mit dem Opener Close To The Bone vom neuen Album, und danach kam schon der unverwüstliche Alltime-Klassiker March Of The Saint, der im Rund lauthals mitgebrüllt wurde. Natürlich gibt es zu viele gute Songs, um sie alle zu berücksichtigen, aber ARMORED SAINT gaben, angetrieben von Ausnahmesänger John Bush, ihr Bestes. So war es dann mit nur zwei neuen Stücken kein originärer Record Release, sondern eher ein Best-of-Set über inzwischen mehr als 40 Jahre Bestehen. John selber verbrachte weite Teil von Aftermath singend mitten im Publikum, was natürlich ebenfalls gut ankam. Und mit Mad House gab’s dann auch noch den passenden Rausschmeißer, leider ohne folgende Zugabe. Symbol Of Salvation hätte ich schon gerne noch gehört, ansonsten ein perfekter Auftritt.
Immerhin war es bei den gepanzerten Heiligen endlich mal annehmbar voll, ansonsten war es im Vergleich zu früheren Jahren doch ganz schön leer - und heiß. Aber das sollte noch schlimmer werden…
[Seb] Apropos heiß: Unglaublich, dass der Sänger die ersten Songs in Jeansjacke absolviert hat: ich wäre schon ohne was zu tun und im T-Shirt fast geschmolzen, ganz zu schweigen davon auf der Bühne herumzurennen bzw. zu hüpfen und dabei die Stimmbänder zu strapazieren….
[Sui] Können ARMORED SAINT überhaupt enttäuschen? Eine Band, die immer wieder begeistert, ohne Bühnenschnickschnack, Lichtgewitter oder große Gesten. Ich kann meinen Vorschreibern eigentlich gar nichts hinzufügen, außer dass ich mir trotz brutaler Kopfschmerzen eine oder zwei Zugaben gewünscht hätte.
[BRT] Was für eine Band! Wie immer geben die Fünf aus der Stadt der Engel alles, haben mit John Bush einen Ausnahmesänger und dazu noch reichlich Hits im Gepäck. ARMORED SAINT spielten einen ganzen Stapel alter Hits und wenig Neues, machten damit aber alles richtig. Vor allem die zweite Hälfte war ein einziges (für mich sehr emotionales) Hitfeuerwerk. Chapeau!
[Seb] Ich mach mich vermutlich der teilweisen Häresie schuldig, jedoch: Ich fand die Musik als solche und für das Genre verdammt gut, aber der Gesang ist leider echt nicht so meins. Ich kann noch nicht einmal genau sagen woran es liegt, vermutlich einfach ab und an einen Tick zu hoch/schrill…
Trotzdem natürlich auch in meinen Augen und/oder Ohren ein absolut würdiger Headliner.
[Dirk] Im Amphitheater steht man häufig vor der Entscheidung, ob man den besseren Sound auf den Rängen genießt, oder lieber Atmosphäre vorne schnuppert. Wenn man die Band schon häufiger gesehen hat, fällt die Wahl leicht. Belohnt wurde das am Ende durch den Ausflug John Bushs ins Publikum. Der Gigant am Mikro entpuppte sich aus nächster Nähe als erstaunlich kleiner Furz. Umso beeindruckender, einmal ganz unmittelbar zu sehen, mit welcher Leichtigkeit so viel Stimmgewalt aus dem Mann herauskommt. Beachtlich dabei, dass die meisten aus dem Publik dieses Intermezzo einfach genossen haben, statt ihn die ganze Zeit zu filmen. Insgesamt ein total runder Auftritt, spielerisch top und immer wieder ein Genuss, Joey Vera zuzugucken. Auf jeden Fall zusammen mit Coroner zwei echte Treffer als Headliner. Die Wunschliste an Zugaben wäre lang gewesen, aber am meistens hätte ich mich über Tension gefreut.
Band: John Bush (vox), Phil Sandoval (git), Jeff Duncan (git), Joey Vera (bass), Gonzo Sandoval (drums)
Setlist: Close To The Bone, March Of The Saint, Dropping Like Flies, End Of The Attention Span, Human Vulture, Last Train Home, Win Hands Down, Hit A Moonshot, Creepy Feelings, Aftermath, Left Hook From Right Field, Can U Deliver, Reign Of Fire, Mad House

[Psycho] Um es noch mal zu erwähnen: vor ARMORED SAINT wurde noch der Gewinner des Bandcontest gekürt. Es wurden - tusch - die PROPHETS OF THE RISING DEAD. Herzlichen Glückwunsch! Bei zwei Gitarristen darf hoffentlich jeder mal die gewonnene Gitarre spielen.
[Sui] Na ja, ich denke, die Gitarre wird vermutlich irgendwann als Deko im Proberaum enden, oder auf einem Musikerflohmarkt. “Newcomer” mit so großer Erfahrung werden die Instrumente ihrer Wahl sicher schon gefunden haben.

[Dirk] Warum werden eigentlich immer Gitarren verschenkt? Eine Platten- oder CD-Pressung wäre mal ein Gewinn, mit dem jeder von der Band etwas anfangen könnte. Oder ein bunter doppelseitiger T-Shirt-Druck in geeigneter Auflage, um Merch zu haben, dass man sich sonst nicht leisten würde. Das Coaching-Paket finde ich wiederum gelungen, das geht ja in die Richtung.

[Seb] Sehr irritierend fand ich, dass laut der Dame auf der Bühne der Gewinner “ausgelost” worden sei? Ich hoffe doch mal, dass das nur ein Versprecher war und stattdessen “ausgezählt” wurde - dafür waren doch diese orangen Zettel da? Oder meinte sie gar nicht die Band, sondern jemanden aus dem Publikum, der für die Gewinner-Band gestimmt hatte?

[Psycho] Immerhin wurden Tickets für das nächste Jahr als Preis vergeben, was auf eine Fortsetzung des RHF auch in 2027 hindeutet.

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